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22.02.2026  ·  Peter Bernscherer  ·  Auf Facebook teilen  ·  Auf X (Twitter) teilen

KI-Boom trifft Computermarkt – und unsere Arbeit bei PCs für alle

Ein Radiointerview mit Peter Bernscherer vom Verein PCs für alle, geführt hat das Interview Ali Cem Deniz für FM4

Die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz – allen voran Tools wie ChatGPT – hinterlässt spürbare Spuren auf dem Hardware-Markt. Was auf den ersten Blick wie ein technologischer Fortschritt wirkt, hat für Vereine wie PCs für alle ganz konkrete und problematische Folgen.

Warum werden Computer-Bauteile teurer?

Große Technologiekonzerne wie Nvidia, OpenAI, Google und Microsoft investieren massiv in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur. Für ihre riesigen Rechenzentren kaufen sie in enormen Mengen Grafikkarten, Arbeitsspeicher (RAM) und SSDs auf – Bauteile, die auch in normalen Computern und Smartphones stecken. Die Folge: drastisch steigende Preise für alle.

Besonders auffällig ist das Phänomen rund um den Arbeitsspeicher, das in der Branche bereits als „Ramageddon" bezeichnet wird – eine beispiellose Verknappung und Preisexplosion bei RAM-Modulen, ausgelöst durch den Masseneinkauf der KI-Konzerne.

Zum Vergleich: Ähnliches erlebten wir bereits beim Grafikkarten-Boom durch Krypto-Mining. Damals waren es jedoch vor allem Einzelpersonen und kleinere Firmen, die schnelle Gewinne suchten. Heute sind es globale Tech-Giganten, die sich in einem regelrechten KI-Wettrüsten befinden – mit ungleich größerer Marktmacht.

Was bedeutet das für pcs für alle?

Der Verein pcs für alle hat es sich zur Aufgabe gemacht, aufbereitete Computer erschwinglich an Menschen weiterzugeben, die sich neue Geräte nicht leisten können. Ein zentraler Bestandteil dieser Aufbereitung ist der Einbau schneller SSDs – sie sind leicht austauschbar und steigern die Leistung älterer Geräte erheblich.

Doch genau hier schlägt die Preisentwicklung voll durch:

Kostete eine 120-GB-M.2-SSD früher unter 10 Euro, liegt der Preis heute bei rund 25 Euro – eine Verdoppelung in kurzer Zeit. Das klingt nach einem kleinen Betrag, wirkt sich aber auf unsere gesamte Arbeit und die Anzahl der Menschen aus, denen wir helfen können.

KI verändert auch die Kommunikation mit Hilfesuchenden

Peter Bernscherer beobachtet noch eine weitere, eher unerwartete Veränderung: die Art, wie sich Menschen an den Verein wenden, hat sich gewandelt. Früher waren Anfragen kurz und direkt – etwa: „Wir brauchen einen PC für unsere Kinder." Heute kommen viele E-Mails an, die offensichtlich von KI-Tools verfasst wurden: langatmig, umständlich formuliert und oft schwer verständlich.

Sein Rat: KI-Tools sollten sinnvoll eingesetzt werden – nicht für jede kurze Nachricht. Wer eine einfache Anfrage stellt, kommuniziert am besten selbst, klar und auf den Punkt. KI-generierte Texte wirken in solchen Fällen oft unpersönlich und kontraproduktiv.

Ausblick: Keine Entspannung in Sicht

Hersteller wie Samsung und Apple haben bereits angekündigt, dass kommende Smartphone-Generationen teurer werden könnten – bei nur geringen Leistungsverbesserungen. Wann sich die Lage auf dem Bauteilemarkt wieder normalisiert, ist offen. Die aktuelle Situation ist in dieser Form beispiellos

 

fm4.orf.at/player/20260217